E-Learning / CSCW / CSCL

E-Learning, Blended Learning und virtuelles Lernen sind seit dem Aufkommen vernetzter Rechner beliebte Themen. In einer Welt, in der „lebenslanges“ Lernen von Arbeitgebern, Politik, aber auch den Arbeitnehmern (ein)gefordert und gefördert wird, hat der Fernunterricht noch mehr Gewicht erhalten, als dies zu früheren Zeiten schon der Fall war. Trotz vieler Vorteile, die rein virtuelle Kurse und Seminare bieten, wie etwa:

  • selbstbestimmtes Lernen
  • häufig orts- und zeitunabhängiges Lernen
  • meist transparenter und auch permanenter Zugriff auf Lern- und Lehrmaterialen
  • Zugriff auf nicht ortsgebundene Leistungen (z.B. Teilnahme an Kursen einer Universität, obwohl der Student geschäftlich in Übersee arbeitet, oder es sich um einen Gefängnisinsassen handelt, usw.)
  • Vernetzung von Personen mit verschiedenen kulturellen und persönlichen Hintergründen über Grenzen hinweg

stehen diesem auch nicht zu vernachlässigende Nachteile gegenüber:

  • Fehlende soziale Kontakte
  • Ein hoher Grad an Eigenmotivation, Disziplin und sozialer Kompetenz wird von allen Teilnehmern und auch den Anbietern benötigt
  • Skepsis gegenüber neuen Lernformen
  • Zur Zeit eine noch reduzierte Anzahl an Informations- und Interaktionskanälen. So sind Lernformen , welche visuelle Übertragungskanäle und Audioübertragungen nutzen, noch eher die Ausnahme als die Regel. Insbesondere dann, wenn es sich um interaktive Kanäle handeln sollte und die Teilnehmer nicht nur eine rein konsumierende Haltung einnehmen.
  • Hohe technische Anforderungen auf Seiten der Diensteanbieter und auch bei den Teilnehmern
  • Für eine kompetente Betreuung und lernfördernde Gestaltung der Kurse/Seminare benötigen die Anbieter Kenntnisse aus dem Bereich Lerntheorie/Didaktik, Psychologie und zusätzlich technisches Verständnis. Zusätzlich müssen die Grenzen und Chancen der eingesetzten Medien bekannt sein. All dies zusammen ist eine nicht unbedingt selbstverständliche Kombination an Fähigkeiten und Wissen.

Verständlicherweise kam es nach der ersten Begeisterung für die technischen Möglichkeiten also zu einem Abflauen des E-Learning „Booms“, nachdem auch die hohen Anforderungen an Anbieter und Teilnehmer erkannt wurden. Es reicht in vielen Fällen eben gerade nicht aus, ein Tool bereitzustellen in dem alle Teilnehmer ihre Dokumente austauschen und versionieren können, sowie mit einem weiteren Tool zum Chatten oder einem Newsgroup System soziale Interaktion „zu simulieren“.

Rein virtuelle Kurse und insbesondere rein virtuelle Seminare können durchaus erfolgreich sein und mit ihren „real“ durchgeführten Gegenstücken konkurrieren. Vorausgesetzt die technischen Möglichkeiten stehen nicht im Vordergrund, sondern didaktische und lerntheoretische Überlegungen, sowie die kluge Wahl dazu passender Tools und Techniken.