OpenSim und Second Life – Erste Erfolge in der Verbindung zweier virtueller Welten

“Ein kleiner Sprung für einen Avatar, ein riesiger Sprung für die virtuellen Welten!”
IBM und Linden Labs können einen ersten Erfolg in der Verbindung verschiedener virtueller Welten verbuchen. Wie Linden Lab im Second Life Blog1 gestern vermeldete, ist es einem Forscherteam von IBM und Linden Lab zum ersten mal gelungen, einen Avatar zwischen dem Second Life Preview Grid und einer virtuellen Welt auf einem OpenSim Server2 zu transferieren.
Zwar konnten nur der Avatar und keine Gegenstände aus dem Inventory teleportiert werden, auch wurden keine Attachments oder Kleidungsstücke transferiert – die Avatare erschienen in den Standardeinstellungen, mit denen auch neue Accounts einloggen – dennoch ist das der erste echte Erfolg den die Architecture Working Group3 vorzeigen  kann.Die AWG versucht das Open Grid Protokoll4 voranzutreiben, welches die Interoperabilität zwischen verschiedenen virtuellen Welten sicherstellen soll. Erklärtes Endziel ist natürlich ein freier Wechsel zwischen den Welten, so wie das heute im klassischen 2D-Internet zwischen Webseiten möglich ist. Bis jetzt muss für jede genutzte virtuelle Welt jeweils ein unabhängiger Avatar angelegt werden. Ein freier Transfer würde den Nutzern ein mehr an Bequemlichkeit und ein noch wesentlich grösseres virtuelles Universum zur Verfügung stellen. Zusätzlich soll durch ein offenes Transportprotokoll zwischen den verschiedenen Welten die Skalierbarkeit und Stabilität des 3D-Internet erhöht werden.
Man stelle sich nur vor, wie ein Internet aussehen könnte in dem das Protokoll voll entwickelt zur Verfügung steht. So wie heute Webserver von den verschiedenen Firmen betrieben werden, könnten in Zukunft viele verschiedene Betreiber 3D-Welten anbieten und dem Nutzer wäre es möglich je nach Lust, Laune und Bedürfnis zwischen ihnen hin und her zu wechseln. Stabilitätsprobleme mit denen Linden Lab zu Weilen zu kämpfen hat, wären dann nichts anderes mehr als kleine lokale Probleme, die nur einen kleinen Teil eines viel grösseren Grids betreffen würden. Durch den zunehmenden Publikumsverkehr5 würden sich neue Geschäfts- und Anwendungsfelder eröffnen und vielleicht würden einige Firmen, die bis jetzt zögern sich auf eine von einer einzigen Firma betriebenen Platform zu etablieren, ihre Entscheidung noch einmal überdenken

Entwickler können wahrscheinlich noch in diesem Monat (Juli) in der Open Grid Public Beta6 die Verbindung zwischen OpenSim und Second Life testen. Linden Lab kündigte an, den Second Life Preview Grid (dieser hat keine Verbindung zum Main Grid) mit dem Open Grid Protokol zu versehen. IBM wird die notwendigen OpenSim Source Code Erweiterungen an die Entwicklergemeinde weitergeben. Eine Open Grid Version des Second Life Viewers wird für Beta Tester ebenfalls zur Verfügung gestellt.Wer das Video zu diesem historischen Schritt ( ;-) ) ansehen möchte, findet eine High Quality Version bei Linden Lab7 oder er kann bei der entsprechenden Meldung von golem.de vorbeisehen8.

  1. http://blog.secondlife.com/2008/07/08/ibm-linden-lab-interoperability-announcement/ []
  2. http://opensimulator.org/ []
  3. http://wiki.secondlife.com/wiki/Architecture_Working_Group []
  4. http://secondlifegrid.net.s3.amazonaws.com/docs/specs/SLGOGP-draft-1.html []
  5. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass Linden Labs Second Life nicht gut skaliert. Seit über einem Jahr scheint die maximale gleichzeitige Nutzeranzahl nie über 60000 Residents zu steigen []
  6. http://wiki.secondlife.com/wiki/Open_Grid_Public_Beta []
  7. http://torley.s3.amazonaws.com/Across-the-Metaverse.mp4 []
  8. http://www.golem.de/0807/60954.html []

2 comments to OpenSim und Second Life – Erste Erfolge in der Verbindung zweier virtueller Welten

  • Was finden denn die Leute so gut an diesem Second Life. Ich habe darüber ja schon einen Bericht im Fernsehen angeschaut, und da wurde dann auch gesagt, dass man da zwar Geld verdienen kann, aber nicht wirklich so viel, dass man davon leben kann. Wieso versuchen es die Leute denn nicht wieder im normalen Leben? Da gibt es doch auch Jobs und man kann da viel besser Geld machen. Ich verstehe nicht, warum sich die ganze Welt auf das Internet fixiert. Vorher ging es doch auch ohne. Warum jetzt nicht mehr?

  • Uschi

    Ich finde, dass man immer wieder einmal Abstand braucht vom realen Leben. Das kann man dann im Netz machen. Ich weiß jetzt nicht, ob second Life wirklich das Richtige ist, aber ich bin der Meinung, dass man sich durch so eine Seite einfach eine andere Welt schaffen kann in der man ab und an mal flüchten kann wenn man im realen Leben einfach die Schnauze voll hat. Man sollte aber nie die Realität aus den Augen verlieren und das ist die große Gefahr an der ganzen Sache das passiert sehr vielen.

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