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Wie es ist ein Fernstudent zu sein - Teil 1
Sie sind Vorzeigebeispiele der “Du musst Dein Leben lang lernen”-Fraktion, sollten durch die Doppelbelastung Beruf/Familie und Studium stressresistent und belastungsfähig sein - oder doch zumindest sehr beharrlich - und damit wohl der Traum jedes Arbeitgebers. - Zumindest des Arbeitgebers, der nach dem Studium von den zusätzlichen Erfahrungen profitiert. - Durch ihr “Ich muss aber heute noch etwas lernen” können sie aber echte Spassbremsen für ihre Freunde und der Alptraum jeder Familie sein. Nachdem mein Eigenversuch als Fernstudent nun seit bereits einem Jahr abgeschlossen ist, scheint es mir Zeit, diese Spezies Mensch in Form eines Erfahrungssberichtes näher zu beleuchten. Hätte ich ausserdem damals zu Anfang des Studiums gewusst, was da alles auf mich zukommt, hätte ich es mir zweimal überlegt, hätte ich es trotzdem gemacht, wäre aber eine Spur gelassener gewesen. Die GründeIch bin mir sicher, dass die Gründe für ein Fernstudium sehr vielfältig sein können. Die Eine betreut zu Hause ihre Kinder und möchte sich durch ein Studium selbst verwirklichen, der Andere findet seine Arbeit ok, möchte aber durch ein Studium in BWL oder VWL Zusatzqualifikationen erlangen. Der Nächste sitzt im Gefängnis und möchte sich weiterbilden, wieder Andere arbeiten im Ausland und möchten aber ein deutschen Studium nachholen/abschliessen, der Arbeitslose möchte die Wartezeit sinnvoll überbrücken usw. In meinem Fall war es eine gerade gefundene Arbeitsstelle in München und eine gehörige Portion Ehrgeiz. Ich war froh Erfahrungen in dem von mir gelernten Beruf sammeln und meinen Lebensunterhalt selbständig verdienen zu können. Ausserdem war ich 25 Jahre alt. Da erschien es mir schwierig, komplett aus dem Berufsleben auszusteigen. Trotzdem war es mir wichtig, ein akademisches Studium zu machen. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich dafür geeignet war und ob ich es schaffen würde. Erfahrungen im Fernuntericht hatte ich schon während des Zivildienst sammeln können. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, hatte ich damals angefangen meine Fachhochschulreife im Telekolleg1 nachzuholen. Gebühren für das Erststudium mussten nur für die Lehrmaterialen bzw. Kurse entrichtet werden. Studentenschaftsbeiträge kamen natürlich noch dazu. Insgesamt waren die Kosten für ein Teilzeitstudium2 - je nach Anzahl der belegten Kurse ca. 110 bis 250 EUR. Mit sonstigen Materialen und Reisekosten geschätzte und gemittelte 300 - 350 EUR pro Semester - für einen berufstätigen Menschen also zu verschmerzen. Zur Orientierung ist übrigens das Informationsmaterial der FernUniversität sehr hilfreich. Ihr solltet es in jedem Fall aufmerksam durchlesen. Insgesamt hies das, ich hatte eine sichere Stelle, konnte aber trotzdem einen persönlichen Traum mit relativ geringen finanziellen Kosten und wenig Einfluss auf meine Laufbahn bei einem Scheitern verwirklichen. Ausserdem kam diese Art des Lernens mir sehr entgegen. Ich konnte schon immer besser aus einem Buch lernen, als in einem Klassenzimmer. Die Wahl war also klar. Die ImmatrikulationVor der Immatrikulation war natürlich der Studiengang zu wählen. Die insgesamt 4 Fakultäten (Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Mathematik/Informatik und Kultur-/Sozialwissenschaften) bieten eine ganze Reihe an Studiengängen an. Für mich jedoch kam nach einem Probesemester Mathematik nur das Fach Informatik in Frage. Inzwischen ist die Immatrikulation auch Online möglich. Ich habe mir damals ganz altmodisch die Unterlagen zusenden lassen, das entsprechende Formular ausgefüllt, die amtlich beglaubigte Zeugniskopie beigelegt und die Anmeldung dann an das Sekretariat der FernUni gesendet. Die KursbelegungEbenfalls mit dem Zulassungsantrag muss die erste Kursbelegung für das Semester gewählt werden. Die Informationsmaterial Seite der FernUni enthält auch Dokumente der einzelnen Fachbereiche mit “Informationen zum Studium” (–> z.B. das Heft für den Bereich Informatik). Hier sind für die einzelnen Studiengänge Belegungsempfehlungen genannt. Obwohl frei gewählt werden kann, welche Kurse man machen möchte, empfiehlt es sich zu Anfang diesen Empfehlungen zu folgen. Insbesondere als Teilzeitstudierender überschätzt man am Anfang seine Fähigkeiten deutlich und belegt gerne zu viele Kurse. Neben der “Überbelegung” gibt es übrigens auch zu bedenken, dass nicht jeder Kurs in jedem Semester angeboten wird. Kurse die aufeinander aufbauen werden gerne im Rythmus Teil 1 im Wintersemester und Teil 2 im Sommersemester angeboten. In selteneren Fällen “überspringt” auch mal ein Kurs ein Semester.
4 comments to Wie es ist ein Fernstudent zu sein - Teil 1 |
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Eine gute Vorlage finden Sie auch unter http://www.feindler.de!
Ich finde es sehr angenehm, ein Fernstudent zu sein, auch, wenn ich mich manchmal viel mehr disziplinieren muss, als es vorher an der Präsenzuni der Fall war.
“Ein Teilzeitstudium ist schlicht ein Studium mit “halber Kraft”. D.h. man belegt in der Regel die Hälfte der Kurse/Seminare/Praktika, die für einen Vollzeitstudierenden empfohlen werden.”
Ich studiere offiziell auch Teilzeit, aber nur, damit ich nicht zu schnell über die Regelstudienzeit hinausschließe und dann als Langzeitstudent gelte. Aber ich habe auch genug universitären Vorlauf, das zügig durchzuziehen.
“Eine gute Vorlage finden Sie auch unter feindler.de”
Ich weißt zwar nicht, was das thematisch hiermit zu tun hat, aber eine bessere Vorlage gibt’s übrigens unter http://www.wortatelier.info/dokumentvorlage
Viele Grüße
C.
“Neben der “Überbelegung” gibt es übrigens auch zu bedenken, dass nicht jeder Kurs in jedem Semester angeboten wird. Kurse die aufeinander aufbauen werden gerne im Rythmus Teil 1 im Wintersemester und Teil 2 im Sommersemester angeboten.”
Ist bei mir nicht so. Allerdings sind die KuWu seit dem beginnenden WS auch neu strukturiert und manche Kurse werden erst ab nächstem Jahr angeboten.
Mittlerweile gibt es ja auch ein Lernmanagement-System (Moodle), das die ganze Organisation ein wenig vereinfacht.
Überbelegung … Ja, das sollte ich mir mal zu Herzen nehmen
„seltsame Wesen“ Das finde ich jetzt nicht gerade sehr nett wenn ich ehrlich bin. Denn man muss in der heutigen Zeit wirklich schauen wo man bleibt. Es ist oft so, dass man durch so ein Fernstudium seinen Job und auch seinen damit verbundenen Arbeitsplatz aufwerten kann und man bekommt vielleicht bei der nächsten Gelegenheit einen besseren Job angeboten. Allerdings ist es auch sehr gut für das Ego. Diese zwei Gründe sind meiner Meinung nach die Hauptgründe warum sich das jemand antut.